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Vom Heuschnupfen bis zum Kontaktekzem – Allergien werden immer häufiger. Wieso überreagiert das Immunsystems gegen harmlose Stoffe?
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Allergien – heftige Reaktion auf harmlose Stoffe

Metalle, Nahrungsmittel oder Pollen – fast alle alltäglichen Stoffe können Allergien auslösen. Dabei reagiert das Immunsystem des Körpers übermäßig heftig auf eigentlich harmlose Substanzen.

Im Überblick



Heftige Reaktion auf harmlose Stoffe

Allergien sind weiterhin auf dem Vormarsch: Jeder dritte erwachsene Deutsche leidet mittlerweile unter einer Allergie. Auch bei Kindern nehmen allergische Erkrankungen zu: Etwa 15 Prozent leiden an Heuschnupfen und sechs Prozent haben allergisches Asthma.
Beim Allergiker reagiert das Immunsystem heftig auf körperfremde, eigentlich harmlose Stoffe wie Hausstaub oder Pollen, die der Nicht-Allergiker problemlos toleriert. Die Folgen dieser überschießenden Immunreaktion sind vielfältig: Von Juckreiz, Schnupfen und Bindehautentzündung reicht die Beschwerde-Palette bis hin zu Halsschmerzen, Asthma, Müdigkeit oder Ekzemen. Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen, Juckreiz im Mund oder Magenkrämpfe können auf eine Nahrungsmittelallergie hinweisen. Selten löst eine Allergie einen Kreislaufzusammenbruch – den anaphylaktischen Schock – aus. Ein anaphylaktischer Schock ist die extremste Form einer allergischen Reaktion und immer ein Notfall.

Spezifische Immuntherapie kann helfen

Oft ist es nicht einfach, den Allergieauslöser zu identifizieren. Aber der Arzt muss die auslösenden Allergene kennen, wenn er gezielt behandeln will. Gezielte Allergie-Therapie heißt: durch spezifische Immuntherapie (früher auch Hyposensibilisierung genannt) das Immunsystem an das Allergen gewöhnen und die überschießende Reaktion bremsen. Vor allem bei Insektengift- und Pollenallergien bringt die spezifische Immuntherapie Erfolgsraten bis zu 80 Prozent. Auch an innovativen Medikamenten, die ganz gezielt in den gestörten Immunprozess eingreifen, wird intensiv geforscht.
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Allergien – Unterschied nach Reaktionstyp

Doch warum bekommen viele erst im Erwachsenenalter eine Allergie ohne schon als Kind Beschwerden zu haben? Das liegt an der sogenannten Sensibilisierungsphase. Das Immunsystem kommt in dieser Phase mit einem Allergen in Kontakt und setzt sich damit auseinander – erst dann zeigt sich die überschießende Reaktion. Diese Sensibilisierungsphase kann sehr lange dauern. Daher können Betroffene plötzlich auf etwas allergisch reagieren, was ihnen jahrelang keine Probleme bereitet hat.

Typ-I- und Typ-IV-Reaktionen sind am häufigsten

Allergie ist nicht gleich Allergie. Die Mediziner unterscheiden vier Reaktionstypen, von denen vor allem Typ I und Typ IV im alltäglichen Leben eine Rolle spielen. Bei der Typ-I-Reaktion spricht der Arzt auch von einer „Reaktion vom Sofort-Typ“. Bei dieser Allergie bewirken Antikörper vom Typ Immunglobulin E eine Freisetzung des Botenstoffs Histamin und anderer Substanzen, die meist wenige Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen zu Beschwerden führen.

Zu den Allergien, die durch eine Typ-I-Reaktion entstehen, gehören:
Typische Auslöser (Allergene) einer Typ-I-Reaktion sind:
  • Pollen
  • Nahrungsmittel
  • Medikamente
  • Hausstaubmilben
  • Schimmelpilzsporen
  • Tierhaare
  • Insektengift
  • Latex
Allergisches Kontaktekzem ist eine typische Typ-IV-Reaktion

Die Typ-IV-Reaktion gilt unter Ärzten als „Reaktion vom verzögerten Typ“. Hier spielt das Einwandern weißer Blutkörperchen (Lymphozyten) in die Haut eine wichtige Rolle. Erst zwei bis drei Tage nach dem ersten Hautkontakt mit dem Allergen tritt das typische allergische Kontaktekzem in Form von roten, stark juckenden, manchmal mit Bläschen übersäten oder nässenden Hautausschlägen auf. Wirkt das Allergen weiterhin auf die Haut ein, beginnt sie zu schuppen, verdickt sich, und es können schmerzhafte Risse entstehen. Bisher kennen die Mediziner etwa 3.000 Stoffe, die eine Kontaktallergie auslösen können.

Typische Auslöser einer Typ-IV-Reaktion sind:
  • Metalle (Nickel, Zahnmetall)
  • Farben in Kleidung, Lederwaren, Haarfarben
  • Duftstoffe
  • Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten
  • Arbeitsstoffe
  • Gummimaterialien

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Die Ursachen von Allergien

Mit Pollen und Hausstaubmilben kommt jeder Mensch in Kontakt, aber längst nicht alle reagieren allergisch darauf. Was sind die Ursachen einer Allergie? Mediziner sprechen von einer Allergieneigung, der sogenannten Atopie. Atopiker neigen dazu, auf alltägliche Umweltstoffe überempfindlich zu reagieren. Oft macht sich die Allergieneigung schon beim Kleinkind bemerkbar, etwa als Milchschorf oder Hautekzem. Menschen mit einer Atopie müssen im Laufe ihres Lebens oft die Erfahrung machen, dass sie nicht nur auf einen einzelnen Auslöser allergisch sind, sondern auf viele Allergene gleichzeitig reagieren. So haben viele Heuschnupfen-Geplagte gleichzeitig Neurodermitis oder eine Tierhaarallergie.

Bei der Typ-I-Allergie spielen die Erbanlagen eine Rolle

Je mehr Familienmitglieder unter Allergien leiden, desto größer ist das Risiko für die nächsten Generationen, auch an Heuschnupfen, allergischem Asthma oder Neurodermitis zu erkranken. So liegt das Allergierisiko für Kinder, deren Eltern beide allergisch sind, bei 40 bis 60 Prozent. Es steigt auf 50 bis 70 Prozent, wenn beide Elternteile die gleichen Allergiesymptome wie Heuschnupfen oder Asthma haben.

Typ-IV-Reaktion durch alltägliche Umweltstoffe

Neben der angeborenen Allergieneigung spielt auch das sogenannte allergene Potenzial eines Stoffes eine Rolle: Von den derzeit etwa 3.000 verschiedenen Stoffen, die eine Kontaktallergie verursachen können, lösen manche sehr rasch eine allergische Reaktion aus, bei anderen treten die Symptome oft erst nach jahrelangem Kontakt auf.

Männer reagieren auf Duftstoffe, Frauen auf Nickel

Synthetische Stoffe, auf die viele Menschen empfindlich reagieren, nehmen in unserem Alltag rasant zu. So gelten inzwischen Duftstoffe in Parfüms, Duschgels, Rasierwässern oder Haarsprays als häufigste Auslöser von allergischen Kontaktekzemen bei Männern. Bei Frauen ist noch immer die Nickelallergie am häufigsten.

Kontaktallergie durch hautbelastende Tätigkeiten

Das Risiko für eine Kontaktallergie steigt außerdem, wenn die Haut besonders belastet ist und dadurch ihre Schutzfunktion einbüßt. Die schützende Hautbarriere leidet berufsbedingt etwa bei Friseuren, Bauarbeitern (vor allem Maurern), Reinigungspersonal, Metallarbeitern, Ärzten, Krankenschwestern, Gärtnern oder Landwirten.

Das kindliche Immunsystem will trainieren

Eine wichtige Rolle bei der Allergieentstehung spielt wahrscheinlich auch die Umgebung, in der ein Kind aufwächst. So fanden Wissenschaftler heraus, dass nur drei Prozent der Kinder, die auf einem Bauernhof lebten, unter Heuschnupfen litten. Bei Stadtkindern trat Heuschnupfen dagegen dreimal so oft, Asthma sogar viermal häufiger auf. Zwar können die Forscher dieses Ergebnis noch nicht zweifelsfrei erklären, fest steht jedoch, dass das kindliche Immunsystem die Auseinandersetzung mit Keimen und potenziellen Allergenen braucht, um sich gut entwickeln zu können. Wächst ein Kind in einer penibel sauberen und praktisch keimfreien Umgebung auf, sucht sich das Abwehrsystem andere Reize, an denen es „reifen“ kann. Das können Pollen, Hausstaubmilben oder andere Umweltstoffe sein. Einen Vorteil scheinen auch Krippenkinder und Kinder in Großfamilien zu haben. Durch die zahlreichen Infekte ist ihr Immunsystem „immer auf Trab“ und lässt sich womöglich durch Allergene nicht so leicht ablenken.
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Ambrosia-Pollen unter dem Mikroskop
© iStockphoto
Winzige Übeltäter: Zu den bekanntesten Allergien zählt die gegen Blütenpollen, wie zum Beispiel Ambrosia-Pollen (oben). Kommen diese eigentlich harmlosen Stoffe beim Allergiker mit dem Körper in Berührung, reagiert das Immunsystem übermäßig heftig.
Hausstaubmilbe unter dem Mikroskop
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Ausscheidungen als Allergene: Der Kot von Hausstaubmilben (oben) ruft bei vielen Menschen eine allergische Reaktion hervor. Dabei handelt es sich um eine Typ-I-Reaktion, bei der die Beschwerden meist wenige Minuten nach dem Allergenkontakt einsetzen.
Sprühnebel aus einem Flakon
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Unangenehmer Duft: Inhaltsstoffe von Parfum und Kosmetika, wie zum Beispiel Duftstoffe, können sogenannte Kontaktallergien auslösen. Da es sich dabei um eine Typ-IV-Reaktion handelt, treten die Symptome zeitverzögert auf. Der Auslöser lässt sich deshalb schwer bestimmen.
Grafik: DNA-Helix
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Veranlagung zur Allergie: Die Ursachen für die überschießende Immunreaktion liegen zum Teil in den Genen. Sind beide Eltern Allergiker, liegt das Allergierisiko ihres Kindes bei 40 bis 60 Prozent.
Kind sitzt auf einem Strohballen
© Shutterstock
Kinder brauchen Keime: Studien zeigten, dass Kinder, die in ländlichem Milieu aufwachsen, weniger anfällig für Allergien sind. Wissenschaftler folgern daraus, dass das Immunsystem trainiert wird, wenn es in der Kindheit mit vielen Keimen zu kämpfen hat.